Zukunft des ESF: Soziale Arbeit braucht auch nach 2027 eine starke Förderung

Wie geht es mit dem Europäischen Sozialfonds nach 2027 weiter? Welche Rolle werden soziale Themen künftig in der europäischen Förderpolitik spielen? Und wie können Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger ihre Perspektive in die laufende Diskussion einbringen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Gesprächsrunde am 28. September im Café Hier & Da. Im Rahmen der landesweiten Aktionstage „Aktiv […]

Wie geht es mit dem Europäischen Sozialfonds nach 2027 weiter? Welche Rolle werden soziale Themen künftig in der europäischen Förderpolitik spielen? Und wie können Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger ihre Perspektive in die laufende Diskussion einbringen?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Gesprächsrunde am 28. September im Café Hier & Da. Im Rahmen der landesweiten Aktionstage „Aktiv für Arbeit“ der Freien Wohlfahrtspflege NRW kamen wir gemeinsam mit der Diakonie Wuppertal, dem Wichernhaus und weiteren Beteiligten mit Josef Neumann, NRW-Landtagsabgeordneter der SPD, ins Gespräch.

Wie geht es mit dem ESF nach 2027 weiter?

Im Zentrum des Gesprächs stand die Zukunft des Europäischen Sozialfonds (ESF). Die aktuelle europäische Förderperiode läuft von 2021 bis 2027. Der Fonds unterstützt unter anderem Projekte in den Bereichen Beschäftigung, Qualifizierung und soziale Inklusion.

Josef Neumann erläuterte in der Gesprächsrunde, dass der ESF nach dem Ende der aktuellen Förderperiode in seiner heute bekannten Form nicht fortgeführt werden soll. Wie die europäische Förderung danach konkret ausgestaltet wird, ist derzeit Gegenstand politischer Diskussionen in Brüssel.

Nach Neumanns Einschätzung deutet sich an, dass europäische Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz künftig stärker in den Mittelpunkt der Förderpolitik rücken werden. Aus Sicht der beteiligten Träger wird es deshalb entscheidend sein, die Bedeutung sozialer Projekte innerhalb dieser Debatte deutlich zu machen und sich dafür einzusetzen, dass diese auch künftig finanziell ausreichend ausgestattet werden. Zugleich soll die Umsetzung entsprechender Förderprogramme weiterhin möglichst nah an den Regionen und über die Bundesländer erfolgen.

Dabei müsse auch die wirtschaftliche Bedeutung sozialer Arbeit stärker sichtbar werden, betonte Neumann: „Wir müssen den wirtschaftlichen Mehrwert von sozialer Arbeit für die Region stärker herausstellen – denn der Mehrwert ist aus meiner Sicht sehr erheblich“

Einen weiteren wichtigen Aspekt brachte Regine Widmayer-Wagner, Geschäftsführerin des Wichernhauses, mit dem Hinweis ein, dass „sozialer Frieden ebenfalls ein bedeutender Wettbewerbsvorteil ist.“

Die Diskussion machte deutlich: Beschäftigungsförderung, Qualifizierung und soziale Teilhabe sind nicht nur sozialpolitische Themen. Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Entwicklung von Städten und Regionen.

ESF Treffen
(V.l.n.r.): Andreas Jung, Bereichsleiter bei der GESA Gruppe; Maria Giesemann, Mitglied der Geschäftsleitung der GESA Gruppe; Olaf Biermann, Mitarbeiter Berufliche Integration beim Wichernhaus Wuppertal; Regine Widmayer-Wagner, Geschäftsführerin des Wichernhaus Wuppertal; Josef Neumann, NRW-Landtagsabgeordneter der SPD; Oliver Francke, Leiter der Regionalagentur Bergisches Städtedreieck; Anton Mause, Abteilungsleitung Coaching und Vermittlung bei der Diakonie Wuppertal.

Politik trifft praktische Arbeitsmarktpolitik

Mit dem Café Hier & Da fand die Gesprächsrunde bewusst an einem Ort statt, an dem Arbeitsmarktpolitik unmittelbar erlebbar ist. Das Café verbindet gastronomischen Betrieb mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Menschen können hier berufliche Erfahrungen sammeln, Kompetenzen entwickeln und neue Perspektiven für eine Teilhabe am Arbeitsleben erarbeiten.

Damit bot die Veranstaltung die Möglichkeit, die politische Diskussion unmittelbar mit der praktischen Arbeit eines Beschäftigungs- und Qualifizierungsträgers zu verbinden.

Gemeinsam die soziale Perspektive einbringen

Mit dem Ende der aktuellen Förderperiode rücken wichtige Entscheidungen über die zukünftige europäische Förderpolitik näher. Die GESA Gruppe wird deshalb gemeinsam mit anderen sozialen Trägern sowie Netzwerk- und Kooperationspartnern beraten, wie die Erfahrungen aus der praktischen Arbeit und die Interessen der Menschen, die von diesen Angeboten profitieren, in die Diskussion um die Zukunft des ESF und möglicher Nachfolgestrukturen eingebracht werden können.

Ziel ist es, gemeinsam deutlich zu machen, welchen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wert soziale Arbeit für die Region besitzt – und warum verlässliche Förderstrukturen auch künftig unverzichtbar sind.

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